Das Vorstellungsgespräch hinterliess bei mir leider einen enttäuschenden Eindruck.
Das gesamte Interview wurde auf Englisch von einer Partnerin des Zuger Büros geführt. Im Gespräch wurde meine Fähigkeit, auf Deutsch zu arbeiten, thematisiert. Dabei wurde die Einschätzung geäussert, dass Deutsch eine besonders komplexe Sprache sei und dass ich möglicherweise Schwierigkeiten hätte, in einem deutschsprachigen Arbeitsumfeld zu arbeiten. Als Begründung wurde angeführt, dass Deutsch auch für sie selbst seit Jahren eine Herausforderung darstelle. Diese Einschätzung erfolgte, obwohl meine Deutschkenntnisse im Gespräch nicht überprüft wurden. Mein Angebot, meine Sprachkenntnisse durch eine entsprechend qualifizierte deutschsprachige Person beurteilen zu lassen, wurde nicht weiterverfolgt.
Zusätzlich wurden Fragen zu meiner persönlichen Situation gestellt, unter anderem zum Wohnort meines Partners. Obwohl ich klar erklärte, dass ein Umzug in die Region Zug für mich problemlos möglich wäre, wurden Zweifel geäussert, ob dies tatsächlich so einfach umsetzbar sei. Dabei wurde auch die Aussage gemacht, dass Schweizer möglicherweise stur seien und mein Partner mir daher vermutlich nicht entgegenkommen würde.
Nach dem Gespräch erhielt ich vom HR die Rückmeldung, dass meine Bewerbung aufgrund der Pendeldistanz zum Büro nicht weiter berücksichtigt werde. Ich erklärte daraufhin, dass ich bereits während des Gesprächs meine Bereitschaft zu einem Umzug kommuniziert hatte, erhielt darauf jedoch keine weitere Rückmeldung.
Insgesamt empfand ich den Bewerbungsprozess als wenig überzeugend. Besonders enttäuschend war für mich, dass eine Einschätzung meiner sprachlichen Fähigkeiten getroffen wurde, ohne dass diese tatsächlich überprüft wurden.